Merkt ihr nischt?
Kurt Tucholsky ist mit seiner Schaffenskraft nahezu unübertroffen – seine Arbeit, entstanden im ersten Drittel des vergangenen Jahrhunderts, ist heute - um die hundert Jahre später - nicht weniger aktuell. Grund genug, immer wieder aus seinen Werken zu lesen, seine von berühmten Komponisten vertonten Gedichte zu singen.
Die vier Mitwirkenden des Abends – Uta Scheirle (Gesang), Kai Müller (Klavier), Gerhard Erdmann (Texte) und Leo Bader (Moderation) haben aus Tucholskys Werk ein abwechslungsreiches Programm mit vielen Facetten erarbeitet, das einen Querschnitt aus diesem umfangreichen Werk zeigt. Des Dichters Blick auf die Verhältnisse in seinem "Zeitdorf" sind bissig, unbarmherzig, spöttisch und milde zugleich – nachdenklich, frivol,
und immer äußerst präzise.
Erich Kästner schrieb über ihn: „Ein kleiner dicker Berliner, der mit seiner Schreibmaschine eine Katastrophe aufhalten wollte.“
Die Mitwirkenden:
Uta Scheirle (Fellbach) unterrichtet am Remstal-Gymnasium Weinstadt. Sie war und ist Mitglied verschiedener renommierter Chöre, z.B. der Gaechinger Cantorey unter Hans Christoph Rademann. Ihre besondere Neigung gilt den Chansons der 30er und 40er Jahre.
Kai Müller (Schmiden) am Flügel leitet eine Reihe von Chören in der Region Stuttgart; umfangreiche Tätigkeiten als Liedbegleiter und Organisator kultureller Veranstaltungen runden das Bild des vielseitigen Musikers ab.
Leo Bader (Starzach) unterrichtete an einem Tübinger Gymnasium Deutsch und Politik.
Er moderiert kenntnisreich und zeichnet damit ein eindrückliches Bild des Dichters.
Gerhard Erdmann (Starzach), Buchhändler und Verlagskaufmann, hat sich mit Tucholskys Werk im Laufe seines Lebens intensiv auseinandergesetzt und rezitiert spannungsreich
die sorgfältig ausgewählten kurzen Geschichten, Essays und Gedichte.